GEDENKEN AN DIE BESATZUNG DER STADT

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Ein von der Stadt Bastogne organisierter, patriotischer Umzug bringt ehemalige Kämpfer, Vereinigungen, Behörden, Studierende, belgische und amerikanische Militärzüge und Veteranen zusammen und umfasst zwei Blumenniederlegungen (an den Denkmälern von PATTON und McAULIFFE). Der Wurf von Nüssen vom Balkon des Rathauses schließt die Gedenkfeier ab.

Dieses Tradition aus Bastogne hat einen doppelten Ursprung.

Der erste Ursprung reicht mehr als 150 Jahre zurück, in eine Zeit, als jeder Hof über Mägde, Kuh- und Schafhirten und andere Bedienstete verfügte. Diese Menschen wurden mit einem mündlichen Vertrag für ein Jahr eingestellt. Damals hatte dieser mündliche Vertrag den gleichen Wert wie unsere heutigen schriftlichen und eingetragenen Verträge. Bei geringfügigen Verstößen wurden die Bediensteten entlassen. Damals gab es Arbeitskräfte im Überfluss. Die so entlassende Person beendete jedoch ihr Jahr. Acht Tage vor Jahresende erhielt sie ihren Lohn und zog mit ihrem Bündel auf der Schulter davon. In diesem Aufzug kam sie somit zum Jahrmarkt nach Bastogne. Dieser letzte Rummel des Jahres war also eine Messe für die Verdingung von Knechten und Mägden. Hier versammelten sich die Bauern, die ihr Personal für ein Jahr neu einstellten. Sobald sie erneut angestellt und sich für das nächste Jahr ihres Brotes sicher waren, knoteten sich die Dienstboten ein rotes Tuch mit weißen Punkten über einen großen blauen Kittel. Das war das Zeichen, dass sie vergeben waren. Die Angestellten, die sich so ihres Lohnes sicher waren, gingen ihrem Vergnügen nach. Und die jungen Männer erstanden den jungen Damen kegelförmiges Zuckerbrot (damals die einzige Süßigkeit) und Früchte. Da diese Zuckerbrote sehr kostspielig waren, verschenkten sie ihrer Liebsten vorzugsweise Früchte, damals Nüsse.

Der zweite Ursprung ist bekannter, zwar jüngeren Datums, und doch historisch. Im Dezember 1944 verteidigte General MCAULIFFE, Kommandant der amerikanischen 101st Airborne Division, die belagerte Stadt bei der Ardennenoffensive. Auf die Aufforderung, sich zu ergeben, antwortete er am 22, Dezember 1944 den Deutschen „Nuts“. Der Zufall wollte es, dass das Wort „Nuts“ von General MCAULIFFE genau zu der Zeit fiel, zu der Bastogne vor dem Krieg traditionell die Nussmesse feierte. Nach dem Krieg fanden Folklore und Militärgeschichte ihren Platz bei diesen Feierlichkeiten.

So wirft der Bürgermeister jedes Jahr im Dezember während der Gedenkfeierlichkeiten der Besatzung der Stadt, begleitet von belgischen und ausländischen Behörden, Nüsse vom Balkon des Rathauses in die Zuschauerreihen.

> Freier Eintritt. Abfahrt des Umzugs ist um 14.30 Uhr.

INFORMATIONEN | VILLE DE BASTOGNE - +32 (0) 61 24 09 30 - manifestations@bastogne.be

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